Weit entfernt und doch nicht alleine

Aktion Sternenbaum an Künzinger Grundschule – Gemeinschaft in einer schwierigen Zeit

Künzing. Corona fordert uns allen viel ab. Es sind Zeiten in denen das alltägliche Miteinander auf die Probe gestellt wird, Kontakte nehmen ab und die Einsamkeit zu.

Insbesondere für Kinder ist das eine Situation, die nur schwer verständlich ist. Denn auch die Jüngsten der Gesellschaft leiden unter der Pandemie. Die Aktion „Sternenbaum“ soll ihnen zeigen, dass sie ähnlich wie Stern Franzl dennoch niemals alleine sind.

Stern Franzl fühlt sich einsam und allein

Die Geschichte hinter der Aktion dreht sich um den kleinen Stern Franzl, wieDirektorin Ulrike Eckl erzählt: Er ist kein besonders großer oder heller Stern. Doch wirklich gestört hatte ihn das nie. Seit einiger Zeit jedoch beobachtet er die Menschen unter ihm genau. Er fühlt sich traurig und einsam, wenn er sieht, wie sich die Menschen gegenseitig umarmen, lachen und glücklich sind. In solchen Momenten wünscht er sich, er wäre kein Stern. Denn als Stern ist er ganz alleine oben am Himmel.

Franzl ist einsam und traurig. Nichts kann ihm mehr eine Freude bereiten. Nichts wünscht er sich sehnlicher als Freunde. Doch während er so denkt, passiert etwas Seltsames: Er beginnt zu leuchten. Nie zuvor war er so hell. Und da schaut Franzl sich um und merkt zuseinem Erstaunen: Überall um ihn herum leuchten andere Sterne und obwohl sie alle weit entfernt sind, so sind sie dennoch da und Franzl ist nicht alleine.

Passender könnte eine Weihnachtsgeschichte in diesem Jahr wohl kaum sein. Das dachte sich auch Mama Julia Schönhofer, als sie die Geschichte von ihrer Freundin Carolin Weidl erhielt und an die Schule weitergab. Kurze Zeit später war die Aktion„Sternenbaum“ geboren und der Künzinger Bauhof fertigte in Windeseile ein Holzbäumchen an, an dem die Kinder ihre Sterne anbringen können. Denn auf Grundlage der Geschichte von Franzl sollen die Kleinen nun ihren eigenen Stern basteln. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. „Sie sollen so unterschiedlich und vielfältig werden wie die Kinder selber“, sagt Eckl. Ziel ist es, dass die Kinder genauso wie Stern Franzl erkennen, dass sie auch in diesen Zeiten nie alleine sind, auch wenn sie auf Vieles verzichten müssen. „Wir fanden es nachahmenswert, weil für die Kinder so viel ausgefallen ist“, so Eckl. Man versuche zwar stets ein Stück Normalität zu schaffen und Rituale, an denen sich die Kleinen orientieren können, beizubehalten, dennoch sei dies nicht immer leicht. Vieles sei anders und das würden auch die Kleinen bereits spüren. „Deshalb fanden wir diese Idee sehr schön. Wir möchten mit den Sternen Nähe schaffen.“

Und das schafft das Bäumchen bislang: „Die Kinder bleiben morgens stehen und betrachten stolz den leuchtenden Baum. Es ist schön zu sehen, wenn sie nach ihrem Stern suchen. Ganz nach dem Motto: Schau, dein Stern hängt bei meinem“, berichtet Ulrike Eckl. Noch bis zum Heiligen Abend soll die Aktion laufen. Bis dahin soll der Baum weiter dekoriert werden, denn: „Denken wir an die Geschichte vom kleinen Franzl. Auch wenn man sich manchmal wie ein einsamer, verlorener Stern am Himmel fühlt, sind wir Teil einer Gemeinschaft. Egal wie oft wir im Moment zusammen sein können.“

Von Christiane Vogl

Der Sternenbaum ist eine Aktion, die noch bis zum Heiligen Abend läuft. (Foto: Vogl)
Der Sternenbaum ist eine Aktion, die noch bis zum Heiligen Abend läuft. (Foto: Vogl)

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